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Regen, Sturm und herbstliche Temperaturen – Tief "Otto" hatte Deutschland im Griff.

24.07.2011

Am Dienstag den 19. Juli bildete sich über Westfrankreich ein bis dahin eher harmloses Tief. Es bekam den Namen "Otto" und sollte in den kommenden Tagen als kräftiges Regentief in die Wettergeschichte eingehen. Bis Dienstagabend verlagerte sich "Otto" langsam Richtung Süddeutschland und brachte vor allem im Süden Deutschlands ab den Abendstunden erste kräftige Regenfälle, die sich bis zum Mittwochmorgen auf die Gebiete südlich des Mains ausbreiteten.

Nach dem Regen
Bild: Maik Thomaß

Bis Donnerstag verlagerte sich Tief "Otto" weiter nach Polen. Dabei versorgte er vor allem Bayern, Thüringen und Sachsen mit reichlich Regen. In 48 Stunden fielen alleine im bayrischen Aschau 125 Liter Regen je Quadratmeter. 121 Liter pro Quadratmeter kamen im fränkischen Graefenberg zusammen. Zahlreiche Keller und Straßen wurden überflutet. Wegen Überflutung musste zeitweise die Autobahn A73 zwischen Nürnberg und Forchheim Auch das östliche Sachsen bekam mehr als 100 Liter Regen je Quadratmeter. In Kubschütz im Landkreis Bautzen waren es 107 Liter und in Boxberg im Landkreis Görlitz 102 Liter.

Am Freitag verlagerte sich Tief "Otto" weiter zur vorpommerschen Ostseeküste. Einerseits wurden hier herbstliche Temperaturen auf den Plan geschrieben, andererseits regnete es von Donnerstag bis Samstag fast ununterbrochen durch. Freitag und Samstag kamen erschwerend noch stürmische Böen hinzu. Mehr als 100 Liter Regen je Quadratmeter überfluteten zahlreiche Straßen in Greifswald. Das Wasser stand stellenweise bis zu einem Meter hoch. Hinzu kamen entwurzelte Bäume und vollgelaufene Keller. In Neubrandenburg musste die Feuerwehr ebenfalls zu zahlreichen Einsätzen ausrücken. Hier fielen innerhalb von 24 Stunden 61 Liter Regen je Quadratmeter.

Spitzenreiter im 24-Stunden-Niederschlag war Warnemünde. Hier fielen laut Deutschen Wetterdienst 111 Liter Regen je Quadratmeter. Auch in der Hansestadt Rostock waren zeitweise zahlreiche Straßen, Unterführungen und Keller überflutet. Die Feuerwehr befand sich im Dauereinsatz. Die Alte Bäderstraße ist zwischen Nienhagen und Stuthof noch immer gesperrt. Etwa 300 Meter hinter dem Ortsausgang stand am Sonntagmittag noch immer eine Wasserlache auf der Fahrbahn.

Ähnlich sieht es auch in der Region um Rostock aus. So ist in Güstrow die Bleicherstraße unter der Liebnitzbrücke weiterhin gesperrt und im Ostseebad Warnemünde steht noch immer eine Kleingartenanlage unter Wasser.

Vom schlechten Wetter profitierten dagegen Gaststätten und Museen. So wurden beispielsweise im Pommerschen Landesmuseum in Greifswald drei- bis viermal so viele Gäste gezählt, wie an normalen Tagen. Auch das Ozeaneum in Stralsund verbuchte einen Besucherrekord mit mehr als 7000 Besuchern.

Text: Maik Thomaß, 24.07.2011 18:10
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